Mittwoch, 26. August 2009

The grass is always greener on the other side...

Nachdem letzte Woche mein Studium in Honolulu abgeschlossen war, machten wir uns Donnerstag morgen auf nach Maui. Von Kahalui aus erkundeten wir den nördlichen Teil der Insel, schnorchelten und badeten im glasklaren Nass und fuhren ins Iao Valley nahe der Inselhauptstadt. Grüne Täler mit steil abfallenden Bergwänden gehörten für uns mittlerweile zur Gewohnheit, war aber auch dieses Mal schön anzusehen. Die Nacht verbrachten wir in einem Hostel in Wailuku, von wo aus wir am Freitag die Road to Hana entlang der Ostküste nahmen. An einem Wasserfall bot sich wieder einmal die Gelegenheit, zehn Meter in die Tiefe zu hüpfen, an diversen Lookouts zudem die Sicht auf die kurvige, am Meer entlang führende Straße. Am Waianapanapa Beach (jetzt nochmal lesen und dann ohne hinzuschauen aussprechen!) bauten wir unser Zelt auf und versorgten uns am Barbeque mit leckeren Hot Dogs. Am nächsten Morgen machten wir eine Wanderung zu den Seven Pools, wo wir nach drei Meilen in einem dichten Bambuswald endeten. Auf dem Rcükweg legten wir einen Badestop in einem der Pools ein und genossen die Aussicht von einem Felsen, hinter dem sich ein Wasserfall 80 Meter tief ergoss.
An der Südküste setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten am frühen Abend den Haleakala National Park. Auf 7.000 Fuß nisteten wir uns in einem Campground ein, der malerisch im Wald gelegen war und einen guten Blick auf den gleichnamigen Berg bot. Abends machten wir wieder Barbeque und Lagerfeuer, erfreuten uns zudem am Sternenhimmel. Begünstigt durch die Lage über den Wolken war dieser reichlich gefüllt. Die folgende Nacht war eisig (10°C) und unbequem, sodass wir schlafentzogen 4:30 Uhr aufstanden und auf den Gipfel auf 3.055 Meter fuhren. Hier erlebten wir einen herlichen Sonnenaufgang über den Wolken.
Anschließend fuhren wir an die Westküste und genossen das Meeres- und Sonnenbad am Big Beach. Um Sieben nahmen wir den Flieger zurück nach Honolulu, wo wir im Parallelflug mit Alu und Lisa ankamen. Mit dem nächsten und letzten Besuch fuhren wir Montag an die North Shore und machten uns zwei schöne Tage am Sunset Beach & Co.
Heute Morgen ging dann die denkbar beste Zeit auf Hawaii viel zu schnell zu Ende, als Nicole den Rückweg nach Deutschland antrat. Unglaubliche viereinhalb Wochen lagen hinter uns, die unumstritten das Highlight meiner letzten Jahre waren. Während Alu und Lisa noch bis Samstag bei mir weilen, trete ich am Dienstag die Heimreise an. Nicht jedoch ohne einen zweiwöchigen Zwischenstop an der Westküste Amerikas.

Mittwoch, 19. August 2009

Es ist vollbracht

Am Dienstag war einmal mehr der Hawaiian Airlines Flug pünktlich an die folgende Vorlesung angebunden. Aus Kauai kommend steuerte ich direkt in die Uni, um das Kapitel "Studieren auf der Insel" und damit mein sechstes Semester zu beenden. Der vierte Kurs war damit erfolgreich abgehakt. Ebenso traurig ist es, dass ich meine restlichen Tage auf Hawaii bald an zwei Händen abzählen kann.
Zuvor erlebten wir jedoch wieder fünf fantastische Tage auf Kauai, der nördlichsten der begehbaren Hawaiiinseln. Nach gelb und grün bekamen wir am Freitag einen roten Jeep, um die Abwechslung zu gewährleisten. Erste Amtshandlung war demnach auch eine Offroad Tour im Landesinneren. Durch das Keahua Arboretum folgten wir einer zerfurchten Piste in die Wälder. Hohe Bergketten türmten sich neben uns auf, von denen - begünstigt durch den vielen Regen der letzten Tage - jede Menge Wasserfälle in Tal schossen. Nach sechs Meilen erreichten wir das Ende des Weges und zugleich den Drehort von Jurassic Park. Spektakulär war die Aussicht auf die Berge und die mutterseelen allein gelassene Landschaft.
Weiter fuhren wir entlang der Ostküste in den Norden der Insel, um am Haena Beach unser Zelt aufzuschlagen. Der malerische Blick über den Strand und das Meer sollte der Hintergrund für ein gemütliches Barbeque werden. Nachdem sich jedoch eine Stunde später immer noch kein Funke bereit erklärt hatte, die Kohle zu entzünden, schwand unsere Hoffnung mehr und mehr. Stolze zwei Stunden, ein leeres Feuerzeug und ein angekokeltes Handtuch später standen wir glücklich mit zwei halbgegrillten Rinderfilets im kalten Toastbrot in der Hand am Meer und freuten uns, dem Magen überhaupt noch Arbeit verschafft zu haben.
Samstag stürmten wir dann auch hochmotiviert um sechs Uhr morgens aus den Federn und ließen unser motorisiertes Gefährt am Strand. Eine Meile später starteten wir den Na Pali Hike. Über Wurzeln und einen schmalen Pfad erklommen wir schnell eine beachtliche Höhe und sahen bald das Ausmaß unseres Vorhabens: gut 20 Täler und 11 Meilen lagen vor uns. Der Weg ist schnell beschrieben: im stetigen Wechsel ging es berg auf und ab, nicht selten 600 Meter Höhenunterschied. Häufig war ein Fuß die maximale Breite und am Außenrist ging es schonmal mehrere 100 Meter in die Tiefe. Ohne Sicherung, versteht sich. Das Panorama war unbeschreiblich, einfach gigantisch. Jedes Tal bot eine andere Flora, umrandet von bis zu 1200 Meter hohen Felswänden, die grün und wasserfallüberzogen daherkamen. Dann und wann badeten wir in Flüssen und füllten darin unsere Wasserflaschen auf. Schweißgebadet und mit Blasen an den Füßen erreichten wir nach 8 Stunden das Kalalau Camp. Geduscht wurde unterm Wasserfall, unser Zelt am Strand platziert. Ein malerischer Sonnenuntergang und die Bergkulisse im Hintergrund waren Erklärung genug für die Strapazen. Am nächsten Tag sechs Uhr ging der Spaß von vorn los, nur in umgekehrter Richtung. Nach zwei Tagen Wasser, trocken Brot und Dosenwurst war das Abendmahl inkl. Bier am Sonntag wie eine Gabe von oben. Auch die Nacht im Kingsize Bett mit Meerblick im Hostel in Kapaa konnte einiges an Regeneration.
Als wären Muskelkater und Blasen an den Füßen nicht genug, erwachte ich Montag einmal mehr mit gut 40 Moskitostichen gezeichnet. Nicole, still ruhend an meiner Linken, hatten die Genossen wohl übersehen.
Dennoch erkundeten wir noch den Waimea Canyon und den westlichen Teil Kauais. Ein ähnliches Programm hatte ich mit Trosi vor ein paar Wochen schon absolviert und wird nun hier kein zweites Mal erzählt.
Hanalei im Norden Kauais. Gewaltige Bergkulisse!
Erschöpft aber begeistert nach einer Meile von 0 auf 800 über Normal Null.
Hintergrund des Kalalau Camps an der Na Pali Coast.
Und der dazugehörige Strand.
Eines der gut 20 Täler, die wir auf den 11 Meilen durchwanderten.

Donnerstag, 13. August 2009

Catch the Stars at Mauna Kea


Nach einem zweitägigen Uni-Stopover in Honolulu war Big Island das nächste Ziel unserer Inselerkundungstour. Ein grasgrüner, vierradgetriebener Jeep sollte uns die nächsten 5 Tage auf der Umrundung begleiten. Zunächst fuhren wir entlang der Ostküste zum Waipio Valley. Dem Ausblick (links) ins grüne Tal folgte eine Kaffeepause in Honokaa, ein verschlafenes Nest im Wildwest Style.
Den Rückweg auf der selben Straße nutzten wir für diverse Lookouts und schließlich den Besuch der Akaka Falls (rechts). Strömender Regen konnte unsere Stimmung nicht vermiesen, als wir auf die 100 Meter ins Tal fallenden Wassermassen blickten. Ein kleiner Walk durch den Bambuswald durchnässte uns anschließend gänzlich.
Den Abend verbrachten wir in Hilo, gemeinsam mit einer Freundin und ihrer Schwester. Dem Besuch eines Jazzclubs, der eher das Flair einer Kleinstadtkneipe versprühte, folgte der Abendausklang im Keller einer Surfboardmanufaktur. Holzgeruch und Sägespäne sorgten für das passende Ambiente.
Trotz Hurricane Warnung (Felicia war im Anmarsch) folgten wir unserer Routenplanung gen Volcano National Park. Anders als erwartet strahlte die Sonne während der 6 Meilen Wanderung durch die Kilauea Iki Caldera. Zunächst wanderten wir am Rand des Kraters, um schließlich den Weg im Kessel fortzusetzen.












Anschließend folgten wir der Chain of Craters Road, um am Meer die vom Lavastrom verschlungene Straße zu bewundern. Wenngleich ich dieses Erlebnis schon bei meinem letzten Besuch hatte, war es erneut faszinierend, glühende Lava in den Ozean fließen zu sehen. Die Nacht verbachten wir auf einem 1.200 m hoch gelegenen Zeltplatz, der idyllisch in einem grünen Park gelegen war. Die Kälte störte nicht mehr, als sich der Himmel in ein einziges Sternenmeer verwandelte.
Sonntag steuerten wir den South Point an, um Amerikas südlichsten Punkt zu erforschen. Zunächst stürtzte ich mich 15 Meter die Klippen hinab (rechts). Aufprall in glasklaren Wasser, dass schnorcheln selbst von den Felsen aus möglich ist. Nach 5 Meilen Fußmarsch erreichten wir den Green Sand Beach. Name ist Programm, Wiederholung hier nicht nach Mitternacht, sondern auf dem Mond oder Island.
Kona war anschließend das Ziel für die Nacht und Ausgangspunkt der Erkundung der Westküste. Traumstrände und der Polou Valley Outlook waren die Highlights, bevor wir uns auf den Weg zum Mauna Kea machten. 4.205 m und ein keuchender Jeep waren das Ergebnis 6 pm. Eine steile Schotterpiste führte auf den Gipfel, der uns wenig später einen malerischen Sonnenuntergang bot. Auf dem Rückweg machten wir am Visitor Center halt, wo uns ausfürlich der Sternenübersähte Himmel erklärt wurde. Momente für die Ewigkeit.
Das Bild links zeigt die Straße zum Mauna Kea Summit, auf dem es aussieht wie auf dem Mond. Auf dem unteren Bild landete möglicherweise Mr. Armstrong.

Recht frisch war es auch auf 13,000 feet, wie das Bild darunter belegt.













Oben noch ein Beleg für den herzzerreißenden Sunset.
Am selben Abend fuhren wir zurück nach Hilo, wo Felicia erstmals in Form von heftigem Regen von sich Reden machte. Dienstag lachte jedoch schon wieder die Sonne am Himmel, was wir nach dem Besuch der Rainbowfalls zum lockeren Ausklang am Strand nutzen. Am Nachmittag ging es von Hilo International direkt in die Uni. Gut, dass Hawaiian Airlines immer pünktlich ist!

Mittwoch, 12. August 2009

Alles Neu

Leider ist mein Blog auf bloghof.net auf unerklärliche Weise nicht mehr zu verändern. Neue Einträge waren nicht mehr möglich, so dass ich mich kurzerhand zur Anlegung eines neuen Blogs entschieden habe!
Meine Reiseberichte und Fotos werden also ab sofort auf dieser Seite publiziert!

Urlaub vom Urlaub

Über eine Woche ist es nun schon wieder her, als ich wie ein kleines Kind zu Weihnachten auf den Flieger aus LA gewartet habe. Mit dreistündiger Verspätung bekam ich meine Liebste also Samstag vor einer Woche wieder. Dem üblichen Standardprogramm in Honolulu folgte am Freitag die Anmietung eines Cabrios. Mit offenem Verdeck frühstückten wir in den Bergen mit Blick über Waikiki und machten uns anschließend entlang der Ostküste auf zur North Shore. Ausgehend von einem urgemütlichen Hostel am Sunset Beach tourten wir zwei Tage um Oahu und befuhren Straßen, die auch mir bis dato unbekannt waren. Lediglich Petrus hatte an unserer Idee des offenen Fahrens etwas auszusetzen und schickte überdurchschnittlich viel Regen von oben. Ein sehr entspanntes Wochenende ließen wir Sonntag Abend am Yokohama Bay ausklingen und stürtzten uns in gut drei Meter hohe Wellen, ehe ein Bilderbuch-Sonnenuntergang den Tag beendete.

Sieben Uhr am folgenden Tag saßen wir bereits im Terminal des HNL International Airport. Der Pilot persönlich holte uns und weitere vier Passagiere ab, um uns zu der einmotorigen Maschine zu geleiten, die uns nach Molokai bringen sollte. Eine halbe Stunde später landeten wir auf der fünftgrößten Hawaiiinsel und nahmen unseren Jeep in Empfang. Unverzüglich legten wir die 40 Meilen ans Ostende der Insel zurück und endeten im Halawa Valley. Der Highway führte, verwaist und einspurig, ohne Blanken direkt am Meer entlang. An den Felsen entlang schlengelte sich die Straße am glasklaren Wasser entlang in die Berge, wo wir einen fantastischen Blick in das Grüne Tal genossen, zwei Wasserfälle garnierten die Aussicht. Diese waren auch unser Ziel für eine dreistündige Wanderung. Allerdings war es unmöglich, den Beginn des Wanderweges zu finden. Nachdem wir eine Stunde im Feld umherirrten, bot uns ein Einheimischer seine Dienste als Reiseleiter an. Die $40 ließen uns jedoch dankend ablehnen. Stattdessen durchquerten wir die Insel gen Nordküste. Am Kolaupapa Outlook blickten wir aus 600 Metern auf eine abgeschnittene Halbinsel, die durch steile Felswände nur per Flugzeug zu erreichen ist.

Zeitüberfluss sei Dank fanden wir wenig später eine Schotterpiste, die 16 Meilen in die Berge des Inselinneren führten. Weder Mensch noch Auto begegnete uns in den folgenden zwei Stunden. Ständig wechselnde Vegetation und eine enge, steile Piste ließen uns den Atem anhalten. Aus dem Nichts befanden wir uns am Bergkamm auf 1200 Metern. Unter uns baute sich ein Tal auf, das mit Schönheit nicht zu sparen wusste. Grün uns steil fielen die Hänge ab, an dessen Ende war das Meer zu sehen. Wasserfälle stürtzten von Becken zu Becken die 1200 Meter hinab. Keine Menschenseele teilte mit uns diesen Augenblick.

Die Nacht verbachten wir schließlich im Zelt am One Ali'i Beachpark. Ein Uhr nachts wurden wir mit den Worten "Hello, hello, this is the police!" unsanft aus den Träumen gerissen. Es war an der Zeit zu kontrollieren, ob wir ordnungsgemäß die drei Dollar Gebühr bezahlt hatten. Am heutigen Dienstag erkundeten wir noch die Westseite Molokais, die hauptsächlich kahl und verdürrt ist. Ein langer, einsamer und weißer Sandstrand und eine Kaffeeplantage gehörten zu den Highlights. Halb Acht, 30 Minuten eher als erwartet, holte uns der Pilot im verlassenen Terminal des Flughafens ab, um uns und eine weitere Person zurück nach Honolulu zu fliegen. Der Sicherheitscheck fiel heute unter den Tisch. War eh kein Personal mehr da. Am HNL International nahmen wir mit einer Sturzflugkurve gekonnt einer anderen Maschine den "Vorflug", so dass wir nach 20 Minuten wieder in Honolulu waren. Vom Rollfeld wurden wir direkt durch einen Hinterausgang in die Freiheit geschickt.

Molokai war letztendlich sehr sehenswert. Die Uhren ticken etwas langsamer und auch Ampeln sucht man vergebens. Angenehm war auch die Tatsache, zwei Tage nicht ständig auf anderen Touristen zu treffen.

Mit offenem Verdeck entlang der North Shore, Oahu.











Halawa Valley im Westen Molokais.











Kamehameha V. Highway, immer Blickkontakt zum Ozean!











Auf staubiger Piste in Inselinnere!











Waikolu Valley Lookout nach 16 Meilen Dirtroad. Spectacular!