Mittwoch, 19. August 2009

Es ist vollbracht

Am Dienstag war einmal mehr der Hawaiian Airlines Flug pünktlich an die folgende Vorlesung angebunden. Aus Kauai kommend steuerte ich direkt in die Uni, um das Kapitel "Studieren auf der Insel" und damit mein sechstes Semester zu beenden. Der vierte Kurs war damit erfolgreich abgehakt. Ebenso traurig ist es, dass ich meine restlichen Tage auf Hawaii bald an zwei Händen abzählen kann.
Zuvor erlebten wir jedoch wieder fünf fantastische Tage auf Kauai, der nördlichsten der begehbaren Hawaiiinseln. Nach gelb und grün bekamen wir am Freitag einen roten Jeep, um die Abwechslung zu gewährleisten. Erste Amtshandlung war demnach auch eine Offroad Tour im Landesinneren. Durch das Keahua Arboretum folgten wir einer zerfurchten Piste in die Wälder. Hohe Bergketten türmten sich neben uns auf, von denen - begünstigt durch den vielen Regen der letzten Tage - jede Menge Wasserfälle in Tal schossen. Nach sechs Meilen erreichten wir das Ende des Weges und zugleich den Drehort von Jurassic Park. Spektakulär war die Aussicht auf die Berge und die mutterseelen allein gelassene Landschaft.
Weiter fuhren wir entlang der Ostküste in den Norden der Insel, um am Haena Beach unser Zelt aufzuschlagen. Der malerische Blick über den Strand und das Meer sollte der Hintergrund für ein gemütliches Barbeque werden. Nachdem sich jedoch eine Stunde später immer noch kein Funke bereit erklärt hatte, die Kohle zu entzünden, schwand unsere Hoffnung mehr und mehr. Stolze zwei Stunden, ein leeres Feuerzeug und ein angekokeltes Handtuch später standen wir glücklich mit zwei halbgegrillten Rinderfilets im kalten Toastbrot in der Hand am Meer und freuten uns, dem Magen überhaupt noch Arbeit verschafft zu haben.
Samstag stürmten wir dann auch hochmotiviert um sechs Uhr morgens aus den Federn und ließen unser motorisiertes Gefährt am Strand. Eine Meile später starteten wir den Na Pali Hike. Über Wurzeln und einen schmalen Pfad erklommen wir schnell eine beachtliche Höhe und sahen bald das Ausmaß unseres Vorhabens: gut 20 Täler und 11 Meilen lagen vor uns. Der Weg ist schnell beschrieben: im stetigen Wechsel ging es berg auf und ab, nicht selten 600 Meter Höhenunterschied. Häufig war ein Fuß die maximale Breite und am Außenrist ging es schonmal mehrere 100 Meter in die Tiefe. Ohne Sicherung, versteht sich. Das Panorama war unbeschreiblich, einfach gigantisch. Jedes Tal bot eine andere Flora, umrandet von bis zu 1200 Meter hohen Felswänden, die grün und wasserfallüberzogen daherkamen. Dann und wann badeten wir in Flüssen und füllten darin unsere Wasserflaschen auf. Schweißgebadet und mit Blasen an den Füßen erreichten wir nach 8 Stunden das Kalalau Camp. Geduscht wurde unterm Wasserfall, unser Zelt am Strand platziert. Ein malerischer Sonnenuntergang und die Bergkulisse im Hintergrund waren Erklärung genug für die Strapazen. Am nächsten Tag sechs Uhr ging der Spaß von vorn los, nur in umgekehrter Richtung. Nach zwei Tagen Wasser, trocken Brot und Dosenwurst war das Abendmahl inkl. Bier am Sonntag wie eine Gabe von oben. Auch die Nacht im Kingsize Bett mit Meerblick im Hostel in Kapaa konnte einiges an Regeneration.
Als wären Muskelkater und Blasen an den Füßen nicht genug, erwachte ich Montag einmal mehr mit gut 40 Moskitostichen gezeichnet. Nicole, still ruhend an meiner Linken, hatten die Genossen wohl übersehen.
Dennoch erkundeten wir noch den Waimea Canyon und den westlichen Teil Kauais. Ein ähnliches Programm hatte ich mit Trosi vor ein paar Wochen schon absolviert und wird nun hier kein zweites Mal erzählt.
Hanalei im Norden Kauais. Gewaltige Bergkulisse!
Erschöpft aber begeistert nach einer Meile von 0 auf 800 über Normal Null.
Hintergrund des Kalalau Camps an der Na Pali Coast.
Und der dazugehörige Strand.
Eines der gut 20 Täler, die wir auf den 11 Meilen durchwanderten.

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