Mittwoch, 12. August 2009

Urlaub vom Urlaub

Über eine Woche ist es nun schon wieder her, als ich wie ein kleines Kind zu Weihnachten auf den Flieger aus LA gewartet habe. Mit dreistündiger Verspätung bekam ich meine Liebste also Samstag vor einer Woche wieder. Dem üblichen Standardprogramm in Honolulu folgte am Freitag die Anmietung eines Cabrios. Mit offenem Verdeck frühstückten wir in den Bergen mit Blick über Waikiki und machten uns anschließend entlang der Ostküste auf zur North Shore. Ausgehend von einem urgemütlichen Hostel am Sunset Beach tourten wir zwei Tage um Oahu und befuhren Straßen, die auch mir bis dato unbekannt waren. Lediglich Petrus hatte an unserer Idee des offenen Fahrens etwas auszusetzen und schickte überdurchschnittlich viel Regen von oben. Ein sehr entspanntes Wochenende ließen wir Sonntag Abend am Yokohama Bay ausklingen und stürtzten uns in gut drei Meter hohe Wellen, ehe ein Bilderbuch-Sonnenuntergang den Tag beendete.

Sieben Uhr am folgenden Tag saßen wir bereits im Terminal des HNL International Airport. Der Pilot persönlich holte uns und weitere vier Passagiere ab, um uns zu der einmotorigen Maschine zu geleiten, die uns nach Molokai bringen sollte. Eine halbe Stunde später landeten wir auf der fünftgrößten Hawaiiinsel und nahmen unseren Jeep in Empfang. Unverzüglich legten wir die 40 Meilen ans Ostende der Insel zurück und endeten im Halawa Valley. Der Highway führte, verwaist und einspurig, ohne Blanken direkt am Meer entlang. An den Felsen entlang schlengelte sich die Straße am glasklaren Wasser entlang in die Berge, wo wir einen fantastischen Blick in das Grüne Tal genossen, zwei Wasserfälle garnierten die Aussicht. Diese waren auch unser Ziel für eine dreistündige Wanderung. Allerdings war es unmöglich, den Beginn des Wanderweges zu finden. Nachdem wir eine Stunde im Feld umherirrten, bot uns ein Einheimischer seine Dienste als Reiseleiter an. Die $40 ließen uns jedoch dankend ablehnen. Stattdessen durchquerten wir die Insel gen Nordküste. Am Kolaupapa Outlook blickten wir aus 600 Metern auf eine abgeschnittene Halbinsel, die durch steile Felswände nur per Flugzeug zu erreichen ist.

Zeitüberfluss sei Dank fanden wir wenig später eine Schotterpiste, die 16 Meilen in die Berge des Inselinneren führten. Weder Mensch noch Auto begegnete uns in den folgenden zwei Stunden. Ständig wechselnde Vegetation und eine enge, steile Piste ließen uns den Atem anhalten. Aus dem Nichts befanden wir uns am Bergkamm auf 1200 Metern. Unter uns baute sich ein Tal auf, das mit Schönheit nicht zu sparen wusste. Grün uns steil fielen die Hänge ab, an dessen Ende war das Meer zu sehen. Wasserfälle stürtzten von Becken zu Becken die 1200 Meter hinab. Keine Menschenseele teilte mit uns diesen Augenblick.

Die Nacht verbachten wir schließlich im Zelt am One Ali'i Beachpark. Ein Uhr nachts wurden wir mit den Worten "Hello, hello, this is the police!" unsanft aus den Träumen gerissen. Es war an der Zeit zu kontrollieren, ob wir ordnungsgemäß die drei Dollar Gebühr bezahlt hatten. Am heutigen Dienstag erkundeten wir noch die Westseite Molokais, die hauptsächlich kahl und verdürrt ist. Ein langer, einsamer und weißer Sandstrand und eine Kaffeeplantage gehörten zu den Highlights. Halb Acht, 30 Minuten eher als erwartet, holte uns der Pilot im verlassenen Terminal des Flughafens ab, um uns und eine weitere Person zurück nach Honolulu zu fliegen. Der Sicherheitscheck fiel heute unter den Tisch. War eh kein Personal mehr da. Am HNL International nahmen wir mit einer Sturzflugkurve gekonnt einer anderen Maschine den "Vorflug", so dass wir nach 20 Minuten wieder in Honolulu waren. Vom Rollfeld wurden wir direkt durch einen Hinterausgang in die Freiheit geschickt.

Molokai war letztendlich sehr sehenswert. Die Uhren ticken etwas langsamer und auch Ampeln sucht man vergebens. Angenehm war auch die Tatsache, zwei Tage nicht ständig auf anderen Touristen zu treffen.

Mit offenem Verdeck entlang der North Shore, Oahu.











Halawa Valley im Westen Molokais.











Kamehameha V. Highway, immer Blickkontakt zum Ozean!











Auf staubiger Piste in Inselinnere!











Waikolu Valley Lookout nach 16 Meilen Dirtroad. Spectacular!













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