Freitag, 11. September 2009

Final Destination

Fast erschlagen von der drückenden Hitze, die mich Dienstag Vormittag beim Verlassen des Hostels erwartete, plante ich einen Tag am Meer. Ein zur Gegend passendes Zweirad im Gangsterstyle war mein Verkehrsmittel, um den Radweg am Pazifik zu folgen. Meist führte dieser quer über den unverhältnismäßig großen Strand, natürlich betoniert. Sonst, wie auf dem Bild unten zu sehen, direkt an Immobilien vorbei, die sich in ihrer Unterschiedlichkeit wunderbar zu überbieten wussten. Mal waren es liebevoll mit Ornamenten verzierte Altbauten, direkt nebenan waren nicht selten moderne Betonklötze mit reichlich Glas und sämtlichen architektonischen Rafinessen zu sehen. Nach 15 Meilen, in Redondo Beach angekommen, machte ich Kehrt und wagte mich im Verlauf der Rückfahrt erstmals wieder in die pazifischen Fluten. Für mehr als zwei Minuten war es mir immernoch zu frisch.


Eines dieser architektonischen Meisterwerke in Venice Beach, vor den Toren LA's.


Am folgenden Tag erkundete ich, erneut auf zwei Rädern, die nördliche Richtung. Anfangs war das Bild ähnlich und der Ortsname unterschiedlich: heute handelte es sich um Santa Barbara (3. Bild vo). Nach 10 Meilen auf dem Seitenstreifen des Highways erreichte ich Malibu. Im Malibu County Mart endete meine Tour, da sich mir das erwartete Bild bot. Meine Badehose, das verschwitze T-Shirt und das Gangsterbike standen doch sehr im Kontrast zu teuren Boliden, Maskara und Hugo Boss. Blonde Schönheiten mit Sonnenbrillen, gegen die selbst meine gefakte Guccibrille wie ein Monokel aussieht, flanierten durch die Geschäftsmeile, während in der hintersten Ecke ihre Cadillacs gewaschen wurden. In den angrenzenden Bergen erspähte man ihre Villen, Zufahrt war Pöbel wie mir jedoch strengstens untersagt. Immerhin Britney Spears und Kirstie Alley erbarmten sich, an diesem Tag meinen Weg zu kreuzen. Am Abend fuhren wir nach Santa Monica, um anlässlich des 100. Geburtstags des Piers ein "Jahrhundertfeuerwerk" zu sehen. Dieses ging gepflegt in die Hose, da 15 der 20 Minuten durch eine gigantische Rauchwolke (durch dei Raketen) verdeckt waren, hinter der man es gelegentlich leuchten sah. Mal eben 15 Millionen verpulvert!


Donnerstag begab ich mich nach Hollywood, war aber von der Größe des Walk of Fame und der Umgebung sehr Enttäuscht. Eine zweistündige Tour durch Beverly Hills, Bel Air und eben Hollywood war informativ, da sich mein Wissensgrad um die Adressen von Leo, Becks und Elvis erhöht hat. Michaels Haus wurde leider an dem Tag ausgeräumt, wodurch unzählige Polizisten und Fernsehteams die Sicht versperrten. Immerhin ist da jetzt ne Immobilie für schlappe $125,000 im Monat frei.
Heute fuhr ich mit einem Mietwagen die 200 Meilen von LA nach San Diego, immer am Meer entlang und durch mehr oder weniger sehenswerte Städte wie Huntington Beach, Newport oder Oceanside (unten). Irgendwann ähnelt es sich eben alles. San Diego hingegen macht einen fantastischen Eindruck und wird wohl ein gelungener Abschluss meiner USA Reise sein - Mittwoch geht mein Flug ab ebendieser Stadt.

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