Dienstag, 15. September 2009

Time to say Goodbye

158 Tage ist es jetzt her, als Jonas ein letztes Mal "Mein Pferd soll verlieren" für mich an Trosis Küchenfenster schmetterte und ich kurz vorher mit einer Überraschungsparty überrumpelt wurde, deren Organisation mir bis heute Rätsel aufgibt.
Am heutigen Dienstag ist meine Reise durch Nordamerika nun mit einem letzten Strandbesuch und einem finalen Surfgang zu Ende gegangen. Vor mir liegen zwei lange Tage im Flugzeug, wenn es über New York und Dublin zunächst nach Madrid geht, wo ich mich bis Sonntag bei Nicole wieder an Europa gewöhnen werde.
Sechs Länder, zehn US-Bundesstaaten und 23 Starts und Landungen liegen hinter mir, seit ich Anfang April Deutschland verlassen habe. Manchmal wirkt die Zeit auf Hawaii immer noch wie ein großer Traum, dessen Realität mir vielleicht erst im Laufe des kalten Herbstes bewusst wird.
Anlässlich dieses letzten Blogs möchte ich nun gern noch ein paar dankende Worte loswerden:
Zunächst geht dieser wieder an all die treuen Leser, die in den letzten Monaten meine Berichte verfolgt und kommentiert haben. Ich hoffe, ich konnte einigen Hawaii als Reiseziel ein bisschen schmackhaft machen. Auch an Aggro Köln möchte ich nochmal ein großes Dankeschön senden, für den Mottosong "Hawaiialex", der mich wie ein Ohrwurm die ganze Zeit begleitet hat. Ich freue mich auf Sonntag, wenn ich euch alle wiedersehe!
Danke auch an all meine Reisepartner und Besucher, Dante & Onkel, Vivi & Doktor, Trosi und Alu & Lisa. Ich habe es genossen, die vielen tollen Erlebnisse mit Euch zu teilen.
In besonderem Maße bin ich meinen lieben Eltern dankbar, die auch dieses extravagante Reiseziel wieder unterstützt haben. Neben der schönen gemeinsamen Zeit auf Hawaii waren sie auch noch Stützen des gesamten Unterfangens.
Ein wundervoller Mensch names Nicole jedoch hat Hawaii zweifelsfrei zu dem gemacht was es war. Nicht nur bei mathematischen Problemen immer eine große Hilfe, waren es vor allem die gemeinsamen Wochen, die unvergesslich bleiben. Es ist etwas ganz besonderes, mit Dir zusammen zu sein!

Bis zur nächsten Reise in diesem Blog!

Ich freue mich auf Euch!
Bis bald,
Euer Hawaiialex

Montag, 14. September 2009

Bienvenidos a Mexico

Nach dem Genuss des Gratisfrühstück im Hostel marschierte ich Samstag morgen zunächst durch Downtown San Diego. Mittelhohe Häuserschluchten bietet diese Stadt mit modernen Gebäuden, die meist als Wohnraum genutzt werden. Wenig später fuhr ich per Bus in den etwas erhöht gelegenen Balboa Park. Dieser beheimatet neben diversen Museen und dem Zoo auch ein kleines spanisches Dorf und die United Nation Buildings, wo einige Länder kleine Häuser stellen, in denen ab und an länderspezifische Aktivitäten abgehalten werden. War allerdings eher ruhig an diesem Wochenende. Auch ein netter Blick auf Downtown war zu erhaschen, wie unten zu sehen ist. Der Flughafen liegt sehr zentral, deshalb das Flugobjekt in der Mitte!

Anschließend fuhr ich nach Pacific Beach, ein Stadtviertel mit Surferflair. An der Küste entlang erreichte ich wenig später noch die Sunset Cliffs Road, deren Name durchaus Programm ist. Schönes Licht färbte die Küste in ein malerisches Bild. Auch gestern hielt ich mich wieder in Pacific Beach auf und traf mich mit meinem Komilitonen Marc am Strand. Bald versackten wir in einer Strandbar, wo dank des ersten NFL Footballwochenendes der Pincher Bier günstiger war als Wasser und Cola. Mehr ist zum gestrigen Sonntag dann auch nicht zu sagen.
Heute hingegen machte ich mich früh auf gen Süden. Nach 40 minütiger Bahnfahrt erreichte ich San Ysidro. Ein Labyrinth aus Zäunen und Gängen endete schließlich in Tijuana, Mexico. Ohne Grenz- oder Passkontrolle stand ich plötzlich mitten auf einer Kreuzung und ehe ich mich versah, wurde mir bereits Koks und Viagra angeboten. Also schnell Pass und Geld versteckt und hinein tauchte ich in eine völlig andere Welt. Ignorieren der Verkehrszeichen, schreien an jeder Ecke und der Versuch, mich in jedes Restaurant der Stadt hineinzuziehen bestätigten bald den ersten Eindruck. Gute zwei Stunden wandelte ich durch die Straßen der Stadt, war aber bald genervt von der andauernden Bettelei und Drogenangeboten. Also lief ich zurück zur Grenze, über den ausgetrockneten Tijuana River, der in diesem Zustand als Obdachlosenbleibe dient, und verließ das Land nicht ohne einen original Quesadilla de Hiruan. Name unbekannt, Geschmack hervorragend.

Stadtbild von Tijuana. Der Bogen begrüßt seine Gäste, macht durch Wind und Drahtseile jedoch fürchterliche Geräusche.

Antiker Stadtbogen, gut bewacht von der Policia. Am Ende war es ein netter Trip und mit meinen 10 gesprochenen Spanischwörtern konnte ich mich schon ein wenig auf Madrid Ende der Woche einstellen.

Den heutigen Tag ließ ich wieder am Pacifi Beach ausklingen. Der Strand ähnelt denen von Santa Barbara bis L.A. und O.C. Immerhin das Wasser ist wärmer.

Und noch einmal die Skyline von San Diego, vom Hafen aus fotografiert. Direkt hinter meinem Rücken befindet sich übrigens die Startbahn des Flughafens. Da konnte ein luffahrtbegeisterter Mensch wie ich natürlich auch ne Weile zubringen.

Freitag, 11. September 2009

Final Destination

Fast erschlagen von der drückenden Hitze, die mich Dienstag Vormittag beim Verlassen des Hostels erwartete, plante ich einen Tag am Meer. Ein zur Gegend passendes Zweirad im Gangsterstyle war mein Verkehrsmittel, um den Radweg am Pazifik zu folgen. Meist führte dieser quer über den unverhältnismäßig großen Strand, natürlich betoniert. Sonst, wie auf dem Bild unten zu sehen, direkt an Immobilien vorbei, die sich in ihrer Unterschiedlichkeit wunderbar zu überbieten wussten. Mal waren es liebevoll mit Ornamenten verzierte Altbauten, direkt nebenan waren nicht selten moderne Betonklötze mit reichlich Glas und sämtlichen architektonischen Rafinessen zu sehen. Nach 15 Meilen, in Redondo Beach angekommen, machte ich Kehrt und wagte mich im Verlauf der Rückfahrt erstmals wieder in die pazifischen Fluten. Für mehr als zwei Minuten war es mir immernoch zu frisch.


Eines dieser architektonischen Meisterwerke in Venice Beach, vor den Toren LA's.


Am folgenden Tag erkundete ich, erneut auf zwei Rädern, die nördliche Richtung. Anfangs war das Bild ähnlich und der Ortsname unterschiedlich: heute handelte es sich um Santa Barbara (3. Bild vo). Nach 10 Meilen auf dem Seitenstreifen des Highways erreichte ich Malibu. Im Malibu County Mart endete meine Tour, da sich mir das erwartete Bild bot. Meine Badehose, das verschwitze T-Shirt und das Gangsterbike standen doch sehr im Kontrast zu teuren Boliden, Maskara und Hugo Boss. Blonde Schönheiten mit Sonnenbrillen, gegen die selbst meine gefakte Guccibrille wie ein Monokel aussieht, flanierten durch die Geschäftsmeile, während in der hintersten Ecke ihre Cadillacs gewaschen wurden. In den angrenzenden Bergen erspähte man ihre Villen, Zufahrt war Pöbel wie mir jedoch strengstens untersagt. Immerhin Britney Spears und Kirstie Alley erbarmten sich, an diesem Tag meinen Weg zu kreuzen. Am Abend fuhren wir nach Santa Monica, um anlässlich des 100. Geburtstags des Piers ein "Jahrhundertfeuerwerk" zu sehen. Dieses ging gepflegt in die Hose, da 15 der 20 Minuten durch eine gigantische Rauchwolke (durch dei Raketen) verdeckt waren, hinter der man es gelegentlich leuchten sah. Mal eben 15 Millionen verpulvert!


Donnerstag begab ich mich nach Hollywood, war aber von der Größe des Walk of Fame und der Umgebung sehr Enttäuscht. Eine zweistündige Tour durch Beverly Hills, Bel Air und eben Hollywood war informativ, da sich mein Wissensgrad um die Adressen von Leo, Becks und Elvis erhöht hat. Michaels Haus wurde leider an dem Tag ausgeräumt, wodurch unzählige Polizisten und Fernsehteams die Sicht versperrten. Immerhin ist da jetzt ne Immobilie für schlappe $125,000 im Monat frei.
Heute fuhr ich mit einem Mietwagen die 200 Meilen von LA nach San Diego, immer am Meer entlang und durch mehr oder weniger sehenswerte Städte wie Huntington Beach, Newport oder Oceanside (unten). Irgendwann ähnelt es sich eben alles. San Diego hingegen macht einen fantastischen Eindruck und wird wohl ein gelungener Abschluss meiner USA Reise sein - Mittwoch geht mein Flug ab ebendieser Stadt.

Montag, 7. September 2009

Californication

Samstag morgen lege ich zunächst fast 2 Meilen zu Fuß zum Ferry Terminal zurück, da San Franciscos Busse fahren, wie ihnen der Sinn steht. Meine Zugfahrt begann mit einer einstündigen Busfahrt nach San Jose, südlich von SFO. Nachdem sich der Fahrer diverse Male verfahren hatte, erreichte ich den äußerst winzigen Bahnhof dieser Millionenstadt. Volunteers im Rentneralter übernahmen das Check-in Prozedere und winkten sogar anlässlich der Zugausfahrt. Ebenso herzlich waren die nächsten 8 Stunden mit der Amtrak. Im Fußraum hätte ich locker einen Purzelbaum performen können und auch die regelmäßigen Befindlichkeitsnachfragen des Schaffners waren alles andere als aufdringlich. Ging es die ersten vier Stunden noch durchs Inland und verstaubte, verschlafene Amistädte, änderte sich das Bild später.

Quasi am Strand entlang zuckelte der Zug durch die Landschaft, entlang an rauen Kliffs und langen Sandstränden. Die Gegend war recht kahl und unübersehbar von den letzten Buschbränden gezeichnet. Eine gemütliche Durchfahrt (mehr als 50 Meilen pro Stunde waren nicht drin) war es auf jeden Fall wert.

Um Sechs erreichte ich Santa Barbara. Da der Bahnhof für den 9-Wagon Zug zu klein war, stieg ich mitten auf einer befahrenen Kreuzung aus, sehr zur Freude der sich anstauenden Autos. Im Hostel buchte ich mich für zwei Nächte ein, um direkt am nächsten Vormittag das Städtchen zu erkunden.
Alles sehr angelegt, sauber und voll mit Touristen. Architektonisch wird man schnell an Spanien erinnert, am Strand eher an die Ostsee ob des braunen Wassers und des Seegrases. Die Delfine schlossen letztendlich den Kreis zurück in die USA. Vom Turm des Civic Centers hatte ich anschließend noch einen guten Blick über die Stadt und die Bucht, umgeben von braunen, kahlen Bergen. Der Abend klang schließlich im Hostel mit deutschen Austauschstudenten aus. Heute morgen fuhr ich erneut drei Stunden Zug mit Ziel LA. Per Bus gelangte ich nach Venice Beach, wo ich die nächsten Nächte verbringen werde. Erstmals fühle ich mich hier etwas unwohl, da die Stadt eher einer mexikanischen mit rauem Umgangston gleicht. Wenigstens drei Tage bleiben, um diesen Eindruck entschwinden zu lassen.


Die obligatorische Alex-verliert-gern-etwas-während-er-reist-Aktion hat übrigens auch statt gefunden. Im Hostel in San Francisco habe ich bei der Abreise mein Handy verloren. Doch wie schon jüngst bei meinem Laptop gab es einen ehrlichen Finder und es wird mir nach San Diego nachgeschickt. Öfter mal was Neues, so die Devise!

Freitag, 4. September 2009

Another famous Bridge

Michael Jackson ist immer noch allgegenwärtig an der Westcoast. Am Ferryterminal stehen im Abstand von wenigen Metern unzählige Straßenkünstler, die von Moonwalk bis Playback alles von MJ performen.
Bereits am Morgen wusste ich, dass der gestrige Freitag ein guter Tag wird. Strahlender Sonnenschein und angenehm warme Luft waren die perfekten Voraussetzungen für meinen Biketrip entlang der San Francisco Bay. Am Wasser fuhr ich der Golden Gate Bridge entgegen, ließ diese aber zunächst rechts liegen und erkundete noch zwei blitzblanke Vororte mit weniger einladenden Stränden (zumindest nach Hawaiiansprüchen). Anschließend rollte ich im Schneckentempo über die Brücke, begeistert vom Ausblick auf die Stadt und Bucht. Slalom war angesagt ob zahlreicher Touristen. Was man mit ein paar Eimern Farbe doch bewirken kann...

Am anderen Ende angekommen passierte ich Sausalito, ein gemütlicher Ort mit architektonisch ansehnlichen Häusern am Hang und netter Promenade.Da ich noch Luft für weitere 10 Meilen hatte, fuhr ich um eine weitere Bucht herum nach Tiburon. Retortenvororte mit Jachten vor den Villen, Tennisplätze und Pools so weit das Auge reichte. Trotzdem eine sehr schöne Gegend, von Bergen umgeben und immer einem tollen Blick auf Downtown SFO. In Tiburon begegnete ich vollends der heilen Welt, wo Soccermums noch laut quakend vor dem Biogemüse Smalltalk halten, während die Brut in der Schule das kleine Einmaleins lernt. Kein Wunder, dass Großkonzerne von hier ihre Innovtionen in die Welt verbreiten. Zurück in die Stadt nahm ich die Fähre, natürlich "Powered by Biodiesel"!

Am Abend begab ich mich dann noch zur Fisherman's Wharf, wo ich das große Glück eines Sonnenuntergangs ohne Nebel hatte. Ein Moment für die Ewigkeit war es, als die Sonne die Brücke und die Bucht in goldenes Licht färbte.

Auf der anderen Seite erleuchtete der Mond den Hafen und das dahinter liegende Downtown.

Lombard Street ist für seinen phänomenalen Ausblick berühmt. Kostet aber auch Schweiß, die steilen Straßen hinauf zu laufen!

Die Stadt bei Nacht war ein großes Erlebnis. Heute erkundete ich noch ein paar Nebenstraßen und fuhr Cable Car, mein Hobby in SFO! Dies war sicher nicht mein letzter Besuch, da ich das Flair, die Architektur und die Lage am Meer sehr gelungen finde. Eine moderne Stadt, in der man nur beim Anblick der Busse das Gefühl hat, in Bratislava zu sein. Am morgigen Samstag werde ich 9,5 Stunden Zugfahrt in Kauf nehmen, um nach Santa Barbara zu kommen.

Mittwoch, 2. September 2009

2,500 Miles away from Home

Der Kulturschock kam am Flughafen: es klingt wie ein Stereotype, aber meine erste Amtshandlung war das Überstreifen eines Pullovers. Ungewohnte 18°C erwarteten mich in San Francisco. Per Bahn ging es direkt nach Downtown, wo ich mich zunächst wie ein Außerirdischer fühlte. Europäisches Flair, hastige Menschen und verschmutzte Bürgersteige gaben mir das Gefühl, als hätte ich die letzten vier Monate im Disneyland gewohnt. Nicht, dass es das auch in Honolulu gab, trotzdem war der Unterschied so konträr wie nur denkbar.
Nahe des Union Square checkte ich in ein Hostel ein und endete noch in einer Salza Bar in China Town, ehe ich mich fit für den nächsten Tag schlief. Per pedes ging es heute morgen zu den Piers, einmal quer durch den Financial District. Die Stadt wurde mir spätestens sympatisch, als ich die palmengesäumte Promenade an der SF Bay entlang lief. Am Pier 39 erwärmte mein Herz, als ich erstmals die Golden Gate Bridge erblickte.

Ein paar Meter weiter chillten unzählige Seelöwen auf kleinen Holzinseln. Ein riesen Lärm und ein nettes Bild, wie sie mit der Golden Gate Bridge im Hintergrund die Sonne genossen.
Eine gewisse Ähnlichkeit zur meiner selbst vor ein paar Tagen ist wohl nicht abzustreiten.


Wenig später boardete ich ein Cable Car. Mit der Holzkiste fuhr ich die steilen Straßen der Stadt hinauf, die ich mir aus Filmen etc genauso vorgestellt hatte. Kleine bunte Häuser, mit Erkern verziert und einen Ausblick zum neidisch werden, gelegen an Straßen, wo man baumlange Menschen schon nach fünf Metern nicht mehr sieht. Fasziniert von diesem Verkehrsmittel zog es mich direkt in Cable Car Museum, wo ich mich ausreichend informierte.


Exit vom Cable Car. Nicht selten mitten auf stark befahrenen Straßen. Trotzdem hält der Verkehr, ohne mit der Wimper zu zucken. Einer Dreitageskarte sei dank verbachte ich den gesamten Spätnachmittag mit planlosem Hin- und Herfahren. Wie eine Kühlerfigur sicherte ich mir stets den Platz auf der Stufe ganz vorn.


Noch einmal die Golden Gate Bridge, etwas erhöht betrachtet. Ihre Erkundung steht morgen auf dem Plan.

Steile Stadt, aber eine gute Wahl als Hawaiientziehungskur. Klimatisch war es am Tag auch schon viel angenehmer. Sonnenschein erlaubte auch heute wieder kurze Kleidung.

Dienstag, 1. September 2009

Tears in my Eyes

Marcus und Lisa setzten ihre Reise am Samstag morgen gen Sydney fort. Am Tag zuvor haben wir noch Hanauma Bay besucht und einen malerischen Waikiki Sunset bewundert.

Mein letztes Wochenende glich nun eher einer Abschiedstournee. Am Samstag chillte ich noch einmal in meiner Lieblingsbucht am Waikiki Beach und genoss abends noch das Pacific Ocean Fest, bei dem Bands die abendliche Strandatmosphäre krönten.

Anschließend verfolgten wir, bequem im Sand liegend, den Film „Museum“ im Open Air Kino in unmittelbarer Nähe zum Pazifik. Sonntag umrundete ich mit dem Bus ein

letztes Mal die Insel, stürzte mich in die Fluten am Sunsetbeach und genoss das einzigartige Flair der Surferstadt Haleiwa. Den abschließenden Wellenritt wollte ich mir gestern in Waikiki geben. So flach wie an diesem Tag habe ich den Pazifik noch nie gesehen. Selbst Schildkröten zögerten nicht, zwischen den gut 50 Surfern entlang zu paddeln. Kollisionsgefahr mit Surfboards tendierte schließlich gen Null. Als Tagesausklang gesellte ich mich zum Barbeque zweier EUFH-Kommilitonen, quasi dem Ablösungskommando.

So unwahr mir meine Einreise vor vier Monaten erschien, so unfassbar war der Abschied am heutigen Tag für mich. Gerade eingelebt und dabei, auch die nächste Stadt wie meine Westentasche zu kennen, stand der Abflug vor der Tür. Hawai'i hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen, dieses kleine, faszinierende Fleckchen Erde. Neben einer gewissen Traurigkeit bin ich vor allem froh und stolz, die Möglichkeit ergriffen zu haben, vier Monate abgelegen im Pazifik zu wohnen.

Dieser wird in eineinhalb Stunden überquert sein, wenn die B767-300 in San Francisco landet, in der ich mich gerade befinde. Auf jeden Fall bis zum Wochenende werde ich da meinen Inselkoller auskurieren.

Mittwoch, 26. August 2009

The grass is always greener on the other side...

Nachdem letzte Woche mein Studium in Honolulu abgeschlossen war, machten wir uns Donnerstag morgen auf nach Maui. Von Kahalui aus erkundeten wir den nördlichen Teil der Insel, schnorchelten und badeten im glasklaren Nass und fuhren ins Iao Valley nahe der Inselhauptstadt. Grüne Täler mit steil abfallenden Bergwänden gehörten für uns mittlerweile zur Gewohnheit, war aber auch dieses Mal schön anzusehen. Die Nacht verbrachten wir in einem Hostel in Wailuku, von wo aus wir am Freitag die Road to Hana entlang der Ostküste nahmen. An einem Wasserfall bot sich wieder einmal die Gelegenheit, zehn Meter in die Tiefe zu hüpfen, an diversen Lookouts zudem die Sicht auf die kurvige, am Meer entlang führende Straße. Am Waianapanapa Beach (jetzt nochmal lesen und dann ohne hinzuschauen aussprechen!) bauten wir unser Zelt auf und versorgten uns am Barbeque mit leckeren Hot Dogs. Am nächsten Morgen machten wir eine Wanderung zu den Seven Pools, wo wir nach drei Meilen in einem dichten Bambuswald endeten. Auf dem Rcükweg legten wir einen Badestop in einem der Pools ein und genossen die Aussicht von einem Felsen, hinter dem sich ein Wasserfall 80 Meter tief ergoss.
An der Südküste setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten am frühen Abend den Haleakala National Park. Auf 7.000 Fuß nisteten wir uns in einem Campground ein, der malerisch im Wald gelegen war und einen guten Blick auf den gleichnamigen Berg bot. Abends machten wir wieder Barbeque und Lagerfeuer, erfreuten uns zudem am Sternenhimmel. Begünstigt durch die Lage über den Wolken war dieser reichlich gefüllt. Die folgende Nacht war eisig (10°C) und unbequem, sodass wir schlafentzogen 4:30 Uhr aufstanden und auf den Gipfel auf 3.055 Meter fuhren. Hier erlebten wir einen herlichen Sonnenaufgang über den Wolken.
Anschließend fuhren wir an die Westküste und genossen das Meeres- und Sonnenbad am Big Beach. Um Sieben nahmen wir den Flieger zurück nach Honolulu, wo wir im Parallelflug mit Alu und Lisa ankamen. Mit dem nächsten und letzten Besuch fuhren wir Montag an die North Shore und machten uns zwei schöne Tage am Sunset Beach & Co.
Heute Morgen ging dann die denkbar beste Zeit auf Hawaii viel zu schnell zu Ende, als Nicole den Rückweg nach Deutschland antrat. Unglaubliche viereinhalb Wochen lagen hinter uns, die unumstritten das Highlight meiner letzten Jahre waren. Während Alu und Lisa noch bis Samstag bei mir weilen, trete ich am Dienstag die Heimreise an. Nicht jedoch ohne einen zweiwöchigen Zwischenstop an der Westküste Amerikas.

Mittwoch, 19. August 2009

Es ist vollbracht

Am Dienstag war einmal mehr der Hawaiian Airlines Flug pünktlich an die folgende Vorlesung angebunden. Aus Kauai kommend steuerte ich direkt in die Uni, um das Kapitel "Studieren auf der Insel" und damit mein sechstes Semester zu beenden. Der vierte Kurs war damit erfolgreich abgehakt. Ebenso traurig ist es, dass ich meine restlichen Tage auf Hawaii bald an zwei Händen abzählen kann.
Zuvor erlebten wir jedoch wieder fünf fantastische Tage auf Kauai, der nördlichsten der begehbaren Hawaiiinseln. Nach gelb und grün bekamen wir am Freitag einen roten Jeep, um die Abwechslung zu gewährleisten. Erste Amtshandlung war demnach auch eine Offroad Tour im Landesinneren. Durch das Keahua Arboretum folgten wir einer zerfurchten Piste in die Wälder. Hohe Bergketten türmten sich neben uns auf, von denen - begünstigt durch den vielen Regen der letzten Tage - jede Menge Wasserfälle in Tal schossen. Nach sechs Meilen erreichten wir das Ende des Weges und zugleich den Drehort von Jurassic Park. Spektakulär war die Aussicht auf die Berge und die mutterseelen allein gelassene Landschaft.
Weiter fuhren wir entlang der Ostküste in den Norden der Insel, um am Haena Beach unser Zelt aufzuschlagen. Der malerische Blick über den Strand und das Meer sollte der Hintergrund für ein gemütliches Barbeque werden. Nachdem sich jedoch eine Stunde später immer noch kein Funke bereit erklärt hatte, die Kohle zu entzünden, schwand unsere Hoffnung mehr und mehr. Stolze zwei Stunden, ein leeres Feuerzeug und ein angekokeltes Handtuch später standen wir glücklich mit zwei halbgegrillten Rinderfilets im kalten Toastbrot in der Hand am Meer und freuten uns, dem Magen überhaupt noch Arbeit verschafft zu haben.
Samstag stürmten wir dann auch hochmotiviert um sechs Uhr morgens aus den Federn und ließen unser motorisiertes Gefährt am Strand. Eine Meile später starteten wir den Na Pali Hike. Über Wurzeln und einen schmalen Pfad erklommen wir schnell eine beachtliche Höhe und sahen bald das Ausmaß unseres Vorhabens: gut 20 Täler und 11 Meilen lagen vor uns. Der Weg ist schnell beschrieben: im stetigen Wechsel ging es berg auf und ab, nicht selten 600 Meter Höhenunterschied. Häufig war ein Fuß die maximale Breite und am Außenrist ging es schonmal mehrere 100 Meter in die Tiefe. Ohne Sicherung, versteht sich. Das Panorama war unbeschreiblich, einfach gigantisch. Jedes Tal bot eine andere Flora, umrandet von bis zu 1200 Meter hohen Felswänden, die grün und wasserfallüberzogen daherkamen. Dann und wann badeten wir in Flüssen und füllten darin unsere Wasserflaschen auf. Schweißgebadet und mit Blasen an den Füßen erreichten wir nach 8 Stunden das Kalalau Camp. Geduscht wurde unterm Wasserfall, unser Zelt am Strand platziert. Ein malerischer Sonnenuntergang und die Bergkulisse im Hintergrund waren Erklärung genug für die Strapazen. Am nächsten Tag sechs Uhr ging der Spaß von vorn los, nur in umgekehrter Richtung. Nach zwei Tagen Wasser, trocken Brot und Dosenwurst war das Abendmahl inkl. Bier am Sonntag wie eine Gabe von oben. Auch die Nacht im Kingsize Bett mit Meerblick im Hostel in Kapaa konnte einiges an Regeneration.
Als wären Muskelkater und Blasen an den Füßen nicht genug, erwachte ich Montag einmal mehr mit gut 40 Moskitostichen gezeichnet. Nicole, still ruhend an meiner Linken, hatten die Genossen wohl übersehen.
Dennoch erkundeten wir noch den Waimea Canyon und den westlichen Teil Kauais. Ein ähnliches Programm hatte ich mit Trosi vor ein paar Wochen schon absolviert und wird nun hier kein zweites Mal erzählt.
Hanalei im Norden Kauais. Gewaltige Bergkulisse!
Erschöpft aber begeistert nach einer Meile von 0 auf 800 über Normal Null.
Hintergrund des Kalalau Camps an der Na Pali Coast.
Und der dazugehörige Strand.
Eines der gut 20 Täler, die wir auf den 11 Meilen durchwanderten.

Donnerstag, 13. August 2009

Catch the Stars at Mauna Kea


Nach einem zweitägigen Uni-Stopover in Honolulu war Big Island das nächste Ziel unserer Inselerkundungstour. Ein grasgrüner, vierradgetriebener Jeep sollte uns die nächsten 5 Tage auf der Umrundung begleiten. Zunächst fuhren wir entlang der Ostküste zum Waipio Valley. Dem Ausblick (links) ins grüne Tal folgte eine Kaffeepause in Honokaa, ein verschlafenes Nest im Wildwest Style.
Den Rückweg auf der selben Straße nutzten wir für diverse Lookouts und schließlich den Besuch der Akaka Falls (rechts). Strömender Regen konnte unsere Stimmung nicht vermiesen, als wir auf die 100 Meter ins Tal fallenden Wassermassen blickten. Ein kleiner Walk durch den Bambuswald durchnässte uns anschließend gänzlich.
Den Abend verbrachten wir in Hilo, gemeinsam mit einer Freundin und ihrer Schwester. Dem Besuch eines Jazzclubs, der eher das Flair einer Kleinstadtkneipe versprühte, folgte der Abendausklang im Keller einer Surfboardmanufaktur. Holzgeruch und Sägespäne sorgten für das passende Ambiente.
Trotz Hurricane Warnung (Felicia war im Anmarsch) folgten wir unserer Routenplanung gen Volcano National Park. Anders als erwartet strahlte die Sonne während der 6 Meilen Wanderung durch die Kilauea Iki Caldera. Zunächst wanderten wir am Rand des Kraters, um schließlich den Weg im Kessel fortzusetzen.












Anschließend folgten wir der Chain of Craters Road, um am Meer die vom Lavastrom verschlungene Straße zu bewundern. Wenngleich ich dieses Erlebnis schon bei meinem letzten Besuch hatte, war es erneut faszinierend, glühende Lava in den Ozean fließen zu sehen. Die Nacht verbachten wir auf einem 1.200 m hoch gelegenen Zeltplatz, der idyllisch in einem grünen Park gelegen war. Die Kälte störte nicht mehr, als sich der Himmel in ein einziges Sternenmeer verwandelte.
Sonntag steuerten wir den South Point an, um Amerikas südlichsten Punkt zu erforschen. Zunächst stürtzte ich mich 15 Meter die Klippen hinab (rechts). Aufprall in glasklaren Wasser, dass schnorcheln selbst von den Felsen aus möglich ist. Nach 5 Meilen Fußmarsch erreichten wir den Green Sand Beach. Name ist Programm, Wiederholung hier nicht nach Mitternacht, sondern auf dem Mond oder Island.
Kona war anschließend das Ziel für die Nacht und Ausgangspunkt der Erkundung der Westküste. Traumstrände und der Polou Valley Outlook waren die Highlights, bevor wir uns auf den Weg zum Mauna Kea machten. 4.205 m und ein keuchender Jeep waren das Ergebnis 6 pm. Eine steile Schotterpiste führte auf den Gipfel, der uns wenig später einen malerischen Sonnenuntergang bot. Auf dem Rückweg machten wir am Visitor Center halt, wo uns ausfürlich der Sternenübersähte Himmel erklärt wurde. Momente für die Ewigkeit.
Das Bild links zeigt die Straße zum Mauna Kea Summit, auf dem es aussieht wie auf dem Mond. Auf dem unteren Bild landete möglicherweise Mr. Armstrong.

Recht frisch war es auch auf 13,000 feet, wie das Bild darunter belegt.













Oben noch ein Beleg für den herzzerreißenden Sunset.
Am selben Abend fuhren wir zurück nach Hilo, wo Felicia erstmals in Form von heftigem Regen von sich Reden machte. Dienstag lachte jedoch schon wieder die Sonne am Himmel, was wir nach dem Besuch der Rainbowfalls zum lockeren Ausklang am Strand nutzen. Am Nachmittag ging es von Hilo International direkt in die Uni. Gut, dass Hawaiian Airlines immer pünktlich ist!